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Heimarbeit

Video von Roland Eckelt

Der Einsatz der Haushalts-Nähmaschine als Existenzgrundlage von Heimarbeit im 19. und 20. Jahrhundert ist Ausgangspunkt der Videoarbeit von Roland Eckelt. Sein künstlerisches Statement zur Seil-Produktion thematisiert das Verhältnis der Mitwirkenden zu ihren Maschinen und ihrem Produkt.
Roland Eckelt: „Der Umgang mit der Maschine setzt berechenbare Handlungen voraus. Namentlich benannte Protagonisten fertigen in Heimarbeit stoffliche Teile, mit dem Ziel, daraus ein Seil zu drehen. Es folgt eine Aufzählung von Merkmalen zur Identifikation mit dem Artefakt.“

1021 Meter Dorfmaterie + 171 Meter Kunst

= 58,5 Meter SEIL


alles verdreht.

2. Oktober, 17:08 h.

Das Dorf Strodehne ist in die kollektive Kunst-Produktion eingestiegen, um ein gemeinsames Werk mit hohem Symbolwert zu schaffen: Ein vielgestaltiges Kunst-Seil wird möglichst viele Dorfbewohner*innen sowie die ortsansässigen Vereine und Institutionen miteinander verwickeln und so das Dorf als eine über alle Differenzen hinaus funktionierende (Produktions-)Gemeinschaft verbildlichen.
Regie des Produktionsprozesses führen die „Kulturversorgerinnen“ des KVR Gabriele Konsor und Birte Hoffmann zusammen mit der Berliner Künstlerin Gabriele Regiert, die profunde Expertise in der künstlerischer Verarbeitung von Material und ein ganzes Kunstwerk einbringt.

Öffentlicher Drehtermin am 2. Oktober

auf dem Strodehner Dorfplatz: Die Performance beginnt um 14 h und dauert so lange, bis das Kunst-Seil fertig ist.

Programm >>

Der Seiler Detlef Preetz aus Osterburg (Altmark) kommt mit seiner Seilmaschine nach Strodehne, um die gelieferten Stränge zum SEIL zusammen zu drehen. Professionelle Unterstützung bei der ungewöhnlichen Seilproduktion bekommt er von der Textiltdesignerin Vera Castelijns, die während ihres Studiums an der Kunsthochschule Weißensee das Seilmachen als Recycling-Methode entdeckte.
Auf Grund der Unterschiedlichkeit der zu verdrehenden Materialien ist das Resultat des ungewöhnlichen Seil-Drehs für alle Beteiligten ein mit Spannung erwartetes „Open End“.

Zahlreiche Strodehner*innen aller Altersgruppen wirken vor und hinter den Kulissen an der Drehaktion mit.
Moderiert wird die Performance von Malika Chalabi, Fernsehfrau und Wochenend-Strodehnerin.


Ein Hörstück der Radiomacherin und „Soundbastlerin“ Julia Tieke, das Klänge aus den Industriestandorten Premnitz und Wittenberge mit dörflichen Alltags- und Arbeitsgeräuschen mischt, begleitet den Dreh.

Bereits am Vorabend (1. Oktober) stimmt das Künstlerduo Demming&Rieken das Dorf als „Kinematografische Dorfguerilla“ mit themenbezogenen Openair-Projektionen im Dorfraum auf das Seildreh-Event einstimmen.
Am Abend des 2. Oktober wird die Projektion wiederholt.


1 m = 1 Euro

Alle „Locals“ sind aufgerufen, als persönlichen Beitrag mindestens zehn Meter flexibles Strangmaterial zum Dorfseil beizutragen.
Produktionsziel sind 1000 Meter Material für die Herstellung des kollektiven Seils. Eine Anzeigetafel vor dem KVR zeigt den jeweils aktuellen Score des Produktions-Fortschritts an.
Die Anfertigung der Seilstränge wird bezahlt: 1 m = 1 Euro. Die Produzent*innen können das Geld behalten – oder für eine dem Dorf zu Gute kommende Aktion spenden. Wie beim „Crowdfunding“ werden viele kleine Beträge dann zu einer nennenswerten Summe.

Gelieferte Materialien:


Feuerwehrschlauch • Strickband • Ankertau des Traumschüffs • ein Glockenseil der Dorfkirche • Schilfzopf • Luftmaschen • Flatterband • Angelsehne • Abschleppseil+Hundeleine • Koppeldraht • Weidengeflecht • Stränge aus Billardtuch, Bettbezügen, Europaflagge, Sommerkleid, Möbelstoff, Geschirrtüchern, Kittelschürzen, Werkstattlappen, Baufolie, Kleiderstoff, Brandenburg-Flagge, Chemiefaserwolle, Textilkunstwerk, erster Strodehner Arbeitshose, Pferdedecke, Kokosmatte, Plakat Havelfest 2019 und vieles mehr...


Animationsproduktion

13. August 2021

Ergebnis der ersten Schicht: 68 Meter produziertes Material.

An den Maschinen
im KVR: Birte Hoffmann, Gabriele Regiert, Gabriele Konsor.
in Heimarbeit: Gerd Hollander, Marion Bernicke Perez Castilleja






Förderer:

Ein Projekt im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2021 »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung«

Kulturland Brandenburg 2021 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg.

Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen

und der Investitionsbank des Landes Brandenburg



letzte Änderungen: 24.3.2022