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Pressemitteilung vom 31. August 2009

Rezepte zur Rettung des Schlaraffenlands:
Die 3. Film+Medientage Havelland zu Gast
auf Schloss Ribbeck.

Vom 30. Oktober bis 1. November stellt das brandenburgische Festival den gegenwärtigen Krisen kreative Visionen vom schönen Leben entgegen.

Zum dritten Mal finden im Herbst 2009 die „Film+Medientage Havelland“ statt. Nach zwei erfolgreichen Runden im brandenburgischen Rathenow gastiert das interdisziplinäre Festival für Film, Kunst und Alltagskultur erstmals auf Schloss Ribbeck. Das üppig sanierte Schloss wurde im Juli 2009 als neuer Kulturort des Havellandes eröffnet. Durch seine Lage nahe dem westlichen Stadtrand von Berlin ist es auch für Besucher aus Berlin und Potsdam gut erreichbar.
Mit der historisch verbrieften, von Theodor Fontane bedichteten Figur des spendablen Gutsherren, der seine Birnen verschenkte, bildet dieser Ort auch thematisch den adäquaten Rahmen für das diesjährige Festival-Thema: „Rezepte zur Rettung des Schlaraffenlands“.

„Sich geistig und materiell gut zu ernähren, ist vielen Menschen ein Anliegen“, so Festivalleiterin Gabriele Konsor. „Vor dem Hintergrund von Klimawandel und Wirtschaftskrise sind wir auf der Suche nach zeitgemäßen Definitionen für Lebensqualität und Luxus. Da unser Festival traditionell aktuelle Themen mit der ländlichen Region in Verbindung setzt, fragen wir: Was hat das Land zu bieten, um den allgegenwärtigen großen wie kleinen Krisen zu entkommen? Was für Handlungsmodelle sind von hier aus denkbar?“

Die Rezepte zur Rettung des Schlaraffenlands sind dabei wörtlich wie übertragen, spielerisch, provokant wie auch ernst zu verstehen. Nahrung für Körper, Geist und Seele ist der Ausgangspunkt, den insgesamt vier Veranstaltungsbereiche in jeweils unterschiedlichen Formaten erkunden.

Lustbetont widmet sich zum Auftakt des Festivals der Bereich Film&Food dem Essen. Unter dem Titel „Ostkost vom Schlosskoch“ werden gemeinsam mit dem Ribbecker Schlosskoch Thore Redepenning regionale Speise-Traditionen modern interpretiert. In der Begegnung von Ess-Traditionen aus DDR-Zeiten (und damit der jüngeren Geschichte des Havellands) mit Speise-Moden der Gegenwart lädt das Kochen als Kunst zu einer eigenen Auslegung von Luxus ein. Ausschnitte aus DEFA-Filmen, die vom Essen handeln, bilden die filmische Grundlage dieses Events. Als Filmprojektionen inspirieren sie die Tafelrunde und ihre Tischgespräche.

Im Zentrum des Festivals steht das Forum der Visionen. Mit offenen Gesprächsrunden, Vorträgen und künstlerischen Aktionen bildet es eine Plattform zum interdisziplinären Austausch von Laien und Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Kultur. „Wer will ins Schlaraffenland?“, so der Titel des Forums, setzt die Herkunft unserer Lebensmittel und das so genannte Grundeinkommen als zentrale Themen, von denen ausgehend unterschiedliche Lebensmodelle diskutiert werden. Per Videoschaltung und Live-Streaming vernetzt sich das Festival auch über die Regionalgrenzen hinaus mit Akteuren weltweit.

Mit ausgewählten Filmen bezieht sich das Filmprogramm „Kinosaal“ direkt auf die Inhalte des Forums, die Spannweite reicht dabei von Dokumentarfilmen („Grundeinkommen“) über Experimental- und Kunstfilme bis zu Spielfilmen („Adams Apfel“).

Die Medienkunst-Ausstellung „MorgenLand“ nimmt den Veranstaltungsort zum Ausgangspunkt für künstlerische Reflektionen. Die Flüchtigkeit der Medien – Film- und Videoprojektionen – wird dabei bewusst als Kontrapunkt zu den steinernen Räumen des Schlosses aus dem 19. Jahrhundert verstanden. „Im Schloss sitzen, über Zukünftiges nachdenken, Mauern überwinden“, so Kurator Roland Eckelt.

Partner des Festivals sind: Schloss Ribbeck GmbH, Rathenower Optik GmbH, Kulturverein Ribbeck e.V., Studiengang Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam, atelier havelblick Strodehne, Write now!, defa spektrum GmbH, Bio Ranch Zempow.
Das Festival wird gefördert durch: Medienboard Berlin Brandenburg, Fonds Soziokultur, Stiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, Landkreis Havelland, DEFA-Stiftung, dieGesellschafter.de/Aktion Mensch.

Historie: Die Film+Medientage Havelland wurden in Kooperation von WerkFreunde Strodehne e.V. / atelier havelblick und dem Studiengang Europäische Medienwissenschaft der FH Potsdam entwickelt.
Das als Biennale angelegte, 3-tägige Festival an der Schnittstelle von Film, Kunst und Medien fand erstmalig im Oktober 2005 in Rathenow und Premnitz unter dem Titel „08/16“ statt. Zum Thema „Amateur“ standen Filme von und über Amateure, ein Ausflug an die Wirkungsstätte eines DDR-Amateurfilmstudios sowie Kunstprojekte, Filmkaraoke und ein Amateurfilmertreff auf dem Programm.
2007 ging es unter dem Titel „Blickspur“ um das Thema „Sehen“ in all seinen Facetten, die drei Festivalbereiche gliederten sich in Filmprogramm, Forum der Visionen und einen „Werkstag“. Hauptpartner war die Rathenower Optik GmbH, in deren Produktionsstätte auch die Hauptveranstaltung des Festivals stattfand.



letzte Änderungen: 27.11.2018